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Foren-Übersicht Roller, Mopeds und Motorräder der Deutschen Bundespost Historisches Lutz-Moped

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Lutz-Moped

Beitragvon postjungbote am 09.09.2008, 20:26

Lutz-Moped

In Heft 11/1954 der "Zeitschrift für das Post- und Fernmeldewesen" wird auf Seite 424 berichtet: „Besondere Beachtung finden unsererseits z. Z. die Mopeds, eine Form des Fahrrads mit Motorantrieb.....Eine erstmalige Erprobung des Lutz-Mopeds in der Landzustellung hatte jedenfalls Anfangserfolge.“ (S. 424). Schon 1956 wird berichtet, daß Motorfahrräder, „also das Fahrrad, in das man mehr oder minder behelfsmäßig irgendeinen Einbaumotor einsetzte, das man mit einigem Zubehör ausstattete und als Motorfahrrad mit Tretkurbeln dann auf den Markt brachte...“ kaum mehr gefertigt werden (ZPF 22/1956, S. 855). Auch aufgrund der Typenbeschränkung kann man davon ausgehen, daß dies eine kleine Episode war und solche Typen nicht mehr beschafft wurden. Dies belegt auch Gerhard Burkert’s "Der Technische Kraftfahrdienst bei der Deutschen Bundespost" (Goslar 1963) in dem das Lutz-Moped in der „Post-Typenliste B für einspurige Kfz“ gar nicht aufgeführt wird.
Im Internet habe ich lediglich auf der Seite
http://mo-ped.se/help/lutz49.htm etwas zum Lutz-Moped finden können. Hier wird nur vom Lutz-Einbaumotor gesprochen. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, daß seinerzeit die DBP sich nur die Motoren beschaffte und sie dann selbst montierte.
Weiß jemand mehr über das Lutz-Moped oder den Lutz-Einbaumotor?
Postjungbote

Die Abb. entstammen der ZPF 11/1954, S. 421






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Beitragvon firlefranz am 09.09.2008, 22:14

:o

Das war mir bisher auch nicht bekannt. Du bist eine echte Bereicherung für die Seite hier!!! :) :) :)
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Re: Lutz-Moped

Beitragvon ferristara am 29.12.2008, 18:41

Hallo...

Zum Mopedhersteller "Lutz":
Fakten entnommen und zum Teil zitiert aus "Die deutschen Mopeds der Wirtschaftswunderzeit"


Der Gründer der in Braunschweig OT Kralenriede seinerzeit ansässigen LUTZ GmbH war Dr. Otto Lutz. Dieser Herr war Professor an der Techn. Hochschule Braunschweig und war Konstrukteur der LUTZ-Motoren...

Anfangs wurden kleine 58 cm³ Einbaumotoren hergestellt - ab etwa 1949 auch Kleinroller. Fahrräder hat man, dem allg. Trend folgend, ab etwa 1950 im Programm.
Im Jahr 1953 hat man dann auch drei Mopedmodelle im Programm, die von einem selbst gefertigten 49,3 cm³ Eingangmotor angetrieben werden.

Die P53 Standard und die RE53 Export verfügen über einen Doppelrohrrahmen, welcher den Motor zwischen den Rohren trägt. Bei dem Modell Standard hängt ein kleiner kastenförmiger 3 Liter Kraftstoffbehälter am Oberrohr - das Modell Export besitzt hingegen schon einen echten 5 Liter Mopedtank. Beim dritten Modell der Palette, der P53 Sport verzichtete man auf das sichtbar heruntergezogene und leicht geschwungene Unterrohr. Bei der "Sport" verläuft das Unterrohr über dem Motor hin zum Rahmenkopf und bildet so mit dem Rahmentank eine geschlossene Einheit.

Während der Rahmendurchstieg bei solchen "Fahrrad-Mopeds" eigentlich tief heruntergezogen und daher recht geräumig ist, ist dieser bei den LUTZ-Mopeds - damals recht untypisch - wohl wegen der eigenartigen Motoranordnung nur von geringer Größe...
Die Rahmen als Fahrgestell werden übrigens von der Bielefelder Fahrradmanufraktur "Rapier" geliefert.

Wegen der überwältigenden Konkurrenz im Moped und Moped-Motorenbau (Hercules, Zündapp, NSU, Heinkel) stellt die Fa. LUTZ ihre Produktion bereits 1954 - also während des eigentlichen Mopedbooms ´54/´55 - schon wieder ein...


Bei dem oben abgebildeten Moped der Post mit seinen Satteltaschen handelt es sich um eine LUTZ P53 Standard, wie sich anhand des Rahmens erkennen lässt.

Technische Daten der P53 Standard:
- Motor
luftgekühlter, Einzylinder-Zweitaktmotor, Bohrung 40 mm, Hub 38,5 mm , Hubraum 49,3 cm³,
Verdichtung 1:6,5, Leistung ca. 1,5 PS bei ca. 4000 U/min, Schwimmerloser AMAL-Vergaser 10 mm

- elektr. Anlage
Schwungrad-Lichtmagnetzünder 6 Volt 6 Watt Rücklicht

- Kraftübertragung
Einganggetriebe, Stahlkonuskupplung im Ölbad, Rollenkette zum Hinterrad

- Fahrgestell
Doppelrohrrahmen, Torsionsfedergabel

- Bremsen
Fahrradbremsen

- Bereifung
26 x 2,00 Moped

- Tank
Fassungsvermögen von drei Litern

- Verbrauch
ca. 1,4 L / 100 km

- Steigfähigkeit
bis 18 % (ohne mitzutrampeln)

- Gewicht
ca. 30 kg

- Preis im Jahr 1953
489,- DM


Habe auch Bilder, aber keinen Scanner - sonst würde ich noch ´was einstellen...

...hole ich bei Gelegenheit nach, ja...?
ferristara
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Re: Lutz-Moped

Beitragvon postjungbote am 29.12.2008, 19:28

Hallo ferristara.

Herzlich willkommen. Vielen Dank auch für die Menge an Informationen bezüglich des Lutz-Mopeds. Ich wurde unlängst nur durch ein paar Zeilen und über die beiden Bilder auf das Lutz aufmerksam. Besonders große Hoffnungen hatte ich nicht, daß ich noch mehr erfahren könnte. Großer Dank an Dich. Da das zweite Bild nur unvollständig wiedergegeben ist, setze ich es nochmal ein.
Übrigens, ich habe heute eine Anzeige über NSU Quickly unter "Historisches - Werbung" eingestellt.

Gruß Postjungbote



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