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Foren-Übersicht Roller, Mopeds und Motorräder der Deutschen Bundespost Historisches Privateigene Mopeds im Postdienst

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Privateigene Mopeds im Postdienst

Beitragvon postjungbote am 08.12.2011, 20:22

Privateigene Mopeds im Postdienst

In einer alten Ausgabe der "Postpraxis - Zeitschrift für den Postbetriebsdienst" Nr. 2 / 1962 habe ich eine Verfügung gefunden, die auf die Benutzung eigener Mopeds im Postdienst hinweist:

Bild

Die Verfügung galt auch für privateigene Fahrräder im Postbetrieb.

Nach den erwähnten Richtlinien für den Einsatz privateigener Mopeds konnten für den Zustelldienst privateigene Mopeds zugelassen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt waren:
a) Die Mopeds mussten verkehrs- und betriebssicher sein.
b) Die Mopeds mussten mit ausreichenden Vorrichtungen für ein gesichertes Unterbringen der Postsendungen ausgerüstet sein.
c) Der Einsatz privateigener Mopeds musste zu Personaleinsparungen in einer Höhe führen, daß der DBP durch ihren Einsatz keine Mehrkosten entstanden. (Postpraxis 11 / 1961)

Erstaunlich, was man so alles finden kann. Eigentlich wollte ich dem keine weitere Bedeutung zubilligen, da wohl eine Ausnahmeerscheinung, so dachte ich. Doch es folgten zwei schriftliche Eingaben an die "Postpraxis".

Ein Postinspektor S. aus Wilhelmshaven schreibt in Heft 7 / 1962 :
"Für die Berechnung der Höhe der Entschädigungen und deren Verbuchung sind folgende Angaben erforderlich:
1. Zustellbezirk,
2. werktägliche km-Leistung,
3. Vergütungssatz,
4. Zahl der Einsatztage,
5. Entschädigung."
Weiter schlägt PI S. aus Wihelmshaven ein besonderes Formblatt zur Abrechnung vor.

In Heft 12 / 1962 lehnt Postoberinspektor H. aus Bielefeld den Vorschlag ab und berichtet über die Abrechnung in seinem Postamt ohne eigenes Formblatt.

Die Abrechnungsrituale interessieren hier nicht, beweisen aber, daß private Mopeds und Fahrräder wohl verstärkt im Dienst waren. Nun, ich kenne nur Dienstmopeds und Dienstfahrräder.
Wer kann mehr über privateigene Mopeds im Postdienst berichten?

In meiner Ausbildungszeit lernte ich kennen, daß die Post größtenteils zu Fuß abgetragen wurde. Das galt auch für weiter entlegene Zustellbezirke. Dann holte man sich im Büro einen Fahrschein und fuhr mit Bus oder Straßenbahn in den Bezirk. Fahrradbezirke waren in der Minderheit.

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Re: Privateigene Mopeds im Postdienst

Beitragvon Heiko am 16.12.2011, 12:23

Hallo Postjungbote,
ich kenne die Zustellung mit dem Privat Pkw. In den Siebzigern und Achtzigern, da wurde bei mir auf dem Land die Post vom Briefträger mit seinem eigenen PKW samt Pakete ausgetragen. Erst als er in den Ruhestand ging, wurde auf ein Post Pkw umgestellt. Als Kind war mir das seinerzeit egal, man interessierte sich nicht dafür. Und fragen kann man ihn nicht mehr, da er in den späten Neunzigern verstorben ist. Auch ich habe nach meiner Ausbildung Vertretung auf zwei Touren machen müssen, wo ich meinen eigenen Pkw nutzen müßte. Das waren aber zwei Randbezirke der Stadt und ohne Pakete. Man bekam nur ein Schild aus dünner Pappe, bzw. dickem Papier, was gelb war und wo die KFZ-Nummer und der Stempel der Post drauf war. Irgendwo habe ich es noch bei mir. Was ich an Kilometergeld bekommen habe, weiß ich leider nicht mehr. Nur soviel, das es sich trotzdem rentiert hat, da es immer etwas mehr war, als man an Sprit verbraucht hat. Es war kein Verlustgeschäft, im Gegenteil. Man darf halt nicht den Verschleiß miteinrechnen. Von Mopeds und Fahrrädern höre ich hier das erste mal.
Gruß
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